André Kotecki

Gewaltprävention - Schemapädagogik 

Deeskalationstraining Gewalt und Rassismus

Wer Gewalt und Rassismus** vermeiden, verhindern-,  oder sogar deeskalieren will, muss genau wissen, worum es sich handelt, wo Ursachen zu suchen und zu finden sind, welche Wirkungen und Spuren Gewalt hinterlässt und woran man Gewalt, auch versteckte, heimliche Alltagsgewalt, erkennen kann. Gewalt muss als Gewalt erst einmal erkannt werden, um deeskaliert werden zu können.

 

Viele Experten erklären, dass Gewalttäter vor ihrer Tat selber Gewalt erlitten haben und diese Erniedrigungen nicht verarbeiten konnten. Sie sagen: „Die Lust auf Gewalt ist oft der hilflose Versuch, eigene Ohnmacht und Gewalterfahrungen zu überwinden.“ Allein von daher ist es Absicht, Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch dieses Deeskalationstraining so zu stärken, dass sie auf Gewalt als „letztes Mittel“ nicht zurückgreifen brauchen und sogar die Gewalt anderer vermindern können.

 

Das Training ist in der Regel als handlungsorientiertes  Seminarprogramm konzipiert. Im Mittelpunkt steht der Wechsel von Theorie- Reflexion und praktischen Trainingssequenzen. Dabei geht es zum einen um das Kennen lernen und Ausprobieren von konkreten Verhaltensmöglichkeiten in Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen, zum anderen um den Aufbau von reflektierten Positionen zur offensiven, möglichst gewaltlosen Auseinandersetzung mit aggressiven oder gewaltbereiten Jungen, Mädchen, Jugendlichen und Erwachsenen. Das Training basiert auf thematischen Bausteinen, die je Trainingsgruppe in unterschiedlichen Sequenzen anwendungsorientierte Hilfe zur Übertragung in die eigene Bildungsarbeit eröffnen.

In einem (z.B. zweitägigen) Training werden theoretische und in sich geschlossene praktische Bausteine zur (methodischen) Erarbeitung des Themas vorgestellt. Dazu gibt es jeweils schriftliche Kurzfassungen, die eine Übertragung in Ihren Alltag erlauben. Jeder Baustein ist an eine (spielerische) Übung gekoppelt.

 

Inhalte:

Erkennen und Benennen von Konflikten und Gewaltsituationen; Sensibilisierung für den Sinn und die Notwendigkeit von Regeln; Sensibilisierung für den eigenen Körper - ebenso wie für den anderer; - Überprüfung eigener Positionen zur Gewalt, eigener Widersprüche und eigener Aggressionspotentiale; Impulse und Übungen zur Thematisierung von Gewalt; Entwicklung von Interventionsberechtigung; Erprobung von Flucht- und Interventionsmöglichkeiten in der Dynamik von Gewaltprozessen; Überprüfung und Erweiterung des Verhaltens- und Handlungsrepertoires in Stress-Situationen;  Training zum offensiven, intuitiven und reflektierten Handeln in Konflikt-, Bedrohungs-, Krisen- und Gewaltsituationen.

 

Zielsetzung: 

Entwicklung von gewaltdeeskalierenden Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten in drei Teilschritten:

  1. Gewalt, Rassismus, Diskriminierung erkennen, beim Namen nennen und thematisieren können. Vermittlung von Methodenrepertoires zur Gewaltprävention und zur zivilen Konfliktbearbeitung.
  2. Überprüfung und Weiter-Entwicklung eigener Positionen in Konsensfindungsprozessen.
  3. Entwicklung, Erprobung und Sicherung (Transfer) von Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten in Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen

Zielgruppen: 

Multiplikator/innen in der Jugendhilfe und Jugendarbeit, Kindergärtner/innen, Pädagog/innen, Lehrer/innen, Elterngruppen, Politiker/innen, Polizist/innen, Schul-Busschaffner/innen, Initiativen in der Rassismusarbeit, Initiativen im Bereich interkulturellen Lernens (z.B. Multikulturelle Zentren), Jugendzentren (Häuser der Offenen Tür) auch mit renitenten oder randalierenden Jugend- und Straßencliquen, "Eine Welt" - Initiativen, Initiativen aus dem Bereich "Schule Ohne Rassismus", Fort- und Weiterbildner/innen.

 

** Warum wir in einem Atemzug von Gewalt und Rassismus reden:

Gewalt als (verletzende, schädigende, zerstörerische) Tat birgt immer die Frage nach ihrer Rechtfertigung in sich. Jeder Versuch, Gewalt zu legitimieren, wertet andere Menschen ab und leugnet die Gleichwertigkeit und Würde des (anderen, verletzten) Menschen. Rassismus versucht, die Gewalt zu rechtfertigen und konstruiert dabei abwertende Merkmale und Eigenschaften, um Menschen scheinbar legitimiert schädigen und verletzen zu können.

(Quelle: GAV)